Im Fokus: Landrechte, Gender und Landgrabbing in Äthiopien

A farmer planting his land in Gambella, south western, Ethiopia, June 2012 | via https://www.flickr.com/photos/dfid/8406383656/ | Lizenz: CC BY-SA 2.0 © Colleen Wainwright | DFID

Westliche Administrationssysteme für Äthiopien

Wie in der Sendung angesprochen, wurden für Äthiopien adaptierte westliche Landadministrationssysteme in den letzten Jahrzehnten eingeführt, auch unter Mithilfe westlicher (teils staatlicher) Entwicklungseinrichtungen. Eine davon war USAID, hier findet sich ein Überblick über ein 5 Mio. Projekt zur Einrichtung bzw. Verbesserung  von einem Landadministrationssystem in Äthiopien, durchgeführt 2008 bis 2013.

Auch Finnland ist in Äthiopien mit Landadministrationsprojekten aktiv, hier ein Beispiel aus dem urbanen Gebiet.

Landadministrationssysteme und Lehre

2014 brachte die University of Michigan eine Studie heraus, die eine Bedarfserhebung in Bezug auf den Bedarf an Fachkräften auf dem Gebiet Landadministration. Einerseits wurde erhoben wie hoch der Bedarf sein wird, auf der anderen Seite auch, wie die derzeitigen institutionellen Kapazitäten aussehen.

OeAD Alumni Sayeh Kassaw Agegnehu

Sayeh Kassaw Agegnehu, in der Sendung im Interview zu hören, ist ein ehemaliger Stipendiat des APPEAR-Programms – Austrian Partnership Programme in Higher Education and Research for Development. Heute ist er Vizerektor der Debre Markos Universität in Äthiopien und arbeitet dort auch am relativ neuen Institut für Landadministration.

Landrechte und Gender

In der Sendung wurde eine vergleichende Studie angesprochen, die 2008 vom Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation durchgeführt wurde und auf Länderstudien aus 13 afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern beruht. Ergebnisse daraus und insbesondere die Situation, die sich seitdem kaum bzw. wenn dann eher zum schlechteren, Stichwort Landraub, verändert hat, wird auch in der Sendung ausführlich behandelt.

Im Journal of Agrarian Change wurde erst kürzlich, im Jänner 2017, ein Paper veröffentlicht, das sich ebenfalls mit Gendergleichstellung in Bezug auf Land(registrierung) in Äthiopien auseinandersetzt. Insbesondere wird die Implementierung von in den letzten Jahren verabschiedeten Reformen zur Gendergleichstellung in Bezug auf Land untersucht.

Landrechte und internationale Investoren

Ein etwas älterer Artikel aus dem Geo-Magazin schildert die Situation im äthiopischen Tiefland in Hinblick auf internationale Investoren, wie sie auch von Sayeh im Interview in der Sendung beschrieben wurde. Der Gambella Nationalpark ist ein eher sumpfiges Gebiet mit einer ganz besonderen Tierwelt. Den Nationalpark so zu schützen (auch vor Investoren, die dort Farmen hinbauen) wie er es bräuchte, scheitert leider an fehlenden, effektiven Maßnahmen dafür. Das indische Unternehmen Karuturi ist auch in z.B. Kenya für ein solches Großprojekt in Verruf geraten.

Landrechte und Landgrabbing

Die Webseite Farmlandgrab widmet sich dem globalen Phänomen Landgrabbing generell, also die Aneignung von Land auf illegale oder zumindest moralisch umstrittene Weise. Man findet hier Nachrichtenmeldungen und Informationen zu Landgrabbing. Hervorgegangen ist diese Plattform 2008 aus einem Landgrabbing Report von GRAIN, einer kleinen spanischen NGO die sich mit kleinbäuerlicher Landwirtschaft und Biodiversität in diesem Kontext befasst.

Auch Birgit Englert, zu Gast in der Sendung, hat ein Buch über Landgrabbing mit herausgegeben. Landnahme wird hier aus historischer und globaler Perspektive heraus betrachtet.

Korruption in der Landadministration in Äthiopien

Die Plattform Transparency International hat sich dem internationalen Kampf gegen und der Aufdeckung von Korruption verschrieben. 2014 veröffentlichte sie einen Bericht, in welchem vor allem die Rolle der internationalen Geber und besondere Risikofaktoren in Bezug auf Korruption in Landadministration in Äthiopien eingegangen wird.

Podcast

Welt im Ohr Logo © Lilo Moser


Die Radiosendung „Mein Land? Dein Land? Unser Land? Deren Land?“ befasst sich, ausgehend von dem APPEAR-Projekt EDULand mit Landadministrationssystemen in Äthiopien und deren Einfluss und Nutzen für die lokale Bevölkerung. Aber auch kritisches Hinterfragen und kontroverse Meinungen waren in der Sendung zu hören.

Hier können Sie diese Sendung nachhören und downloaden.