Fischfarm in Uganda © Silke-Silvia Drexler

Das APPEAR Projekt STRECAFISH

Das Projekt STRECAFISH hat es sich zum Ziel gesetzt, mittels neuer Technologien insbesondere in der Aquakultur die Fischproduktion in Ostafrika und vor allem für Ostafrika zu optimieren. Primär bewegt es sich im kleinbäuerlichen Bereich, so wird z.B. in sogenannten Aquaculture model villages erprobt, wie in der Kleinstproduktion örtliche Bäuerinnen und Bauern davon profitieren können.

Was ist nun Aquakultur?

Aquakultur ist der Bauernhof des Fischereibetriebs. Kontrolliert werden Fische oder andere Wasserlebewesen zur Nahrungsgewinnung aufgezogen, wobei, im Gegensatz zur Fischerei, Aquafarmen und die aufgezogenen Lebewesen Besitzer/innen zuzuordnen sind. Der World Ocean Review bietet einen guten Überblick über Aquakultur weltweit gesehen. Hier wird auch ersichtlich, dass nicht nur Fische auf Aquafarmen aufgezogen werden, sondern auch Muscheln und Seegurken bis hin zu Algen.

Noch weit ausführlicher hat sich das Thünen-Institut für Marktanalyse in einem Working Paper zu der „Bedeutung von Fischerei und Aquakultur für die globale Ernährungssicherung“ mit dem Thema befasst.

Was kann Aquakultur gegen den Welthunger beitragen?

Fisch ist ein hervorragender Proteinlieferant und kann hierbei besonders in sogenannten Entwicklungsländern eine Rolle für die notwendige Nährstoffzufuhr spielen. Auch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat dies erkannt und 2016 einen umfangreichen Bericht zu Fischerei und Aquakultur herausgegeben. Hier lassen sich auch die in der Sendung genannten statistischen Zahlen nachlesen.

Eine weitere Studie über die Lage in Ostafrika, wo auch das Projekt STRECAFISH verortet ist, hat 2014 das Forschungsinstitut LEI Wageningen der Universität Wageningen/Niederlande herausgegeben. Hier wird der Fokus auf Ruanda und Tansania gelegt.

Der Fall des Viktoriasees in Ostafrika

Eine der in Europa wohl bekanntesten Dokumentationen über Fischerei in Afrika, ist Darwin‘s Nightmare (Trailer, Film ev. auf youtube verfügbar). Dieser vielfach preisgekrönte und oscarnominierte Dokumentarfilm des österreichischen Filmemachers Hubert Sauper aus dem Jahr 2004 zeigt die katastrophalen Auswirkungen, die das Aussetzen des Nilbarsches im ostafrikanischen Viktoriasee hatte. Bereits in den 1960ern wurden 35 Exemplare dieses Speisefisches im Viktoriasee ausgesetzt. Man erhoffte sich eine Stärkung der regionalen Fischwirtschaft. Tatsache war, dass der Nilbarsch die Fauna völlig durcheinanderbrachte, von 200 bis 400 ausgerotteten regionalen Fischarten ist die Rede und einem starken Anstieg der Algenkonzentration im See. Zugleich ist der Viktoriabarsch ein Exportschlager, womit auch in der regionalen Ökonomie großer Schaden angerichtet wurde …und bis heute wird. Dennoch ist auch dieser Film bzw. diese Thematik nicht kritiklos zu sehen, wie etwa dieser Artikel aus „Die Welt“ zeigt.

Welt im Ohr: Fisch gegen Hunger

Welt im Ohr Logo © Lilo Moser

In der Sendung „Fisch gegen Hunger“ berichten Herwig Waidbacher und Silke-Silvia Drexler, beide Mitarbeiter/innen in dem APPEAR Projekt STRECAFISH, über das Projekt, die Ausgangslage in Bezug auf Fischerei in (Ost-)Afrika, über Fischereitechnologien, Futtermittelversuche und Aquakultur Modelldörfer. Aber auch die soziale Seite kommt nicht zu kurz, so wird die Rolle der Frau in diesem Feld beleuchtet sowie traditionelle Strukturen.

Noch mehr Fische bei Welt im Ohr

Schon 2012 hat sich Welt im Ohr mit Fischerei in Afrika befasst. Hinter dem mysteriösen Titel „Fische fallen vom Himmel“ versteckt sich eine Sendung zu einem APPEAR-Projekt in Burkina Faso. SUSFISH lautete der Titel dieses ersten Projekts, das seine Fortsetzung seit 2016 in dem Folgeprojekt SUSFISH-plus findet. Es befasst sich mit der Erforschung und Förderung von nachhaltigem Gewässermanagement und Fischerei. Wer wissen möchte, was das mit vom Himmel fallenden Fischen zu tun hat, findet hier den zugehörigen Podcast.