A farmer planting his land in Gambella, south western, Ethiopia, June 2012 | via https://www.flickr.com/photos/dfid/8406383656/ | Lizenz: CC BY-SA 2.0 © Colleen Wainwright | DFID

APPEAR in practice_9

Die Interviews zu Beginn der Sendung wurden am 15. Mai bei der Veranstaltung APPEAR in practice_9 geführt. Diese Veranstaltungsreihe präsentiert Ergebnisse und Erkenntnisse aus von APPEAR geförderten Projekten.

Bioanabau in Österreich

2015 verzeichnete Österreich eine Bioanbaufläche von 20,3 %. Damit steht es an der europäischen Spitze, gefolgt von Schweden mit 17,1 % und Estland mit 15,7 %. Gemäß Eurostat ist "die Bedeutung des ökologischen Sektors in Regionen mit Ebenen, in denen intensive Landwirtschaft vorherrscht, im Allgemeinen geringer“. Der Verband Bio Austria informiert auf seiner Webseite darüber, dass die biologische Landwirtschaft weiter wachse. Bis 2025 möchte Österreich 30 % schaffen.

Bioanbau und die EU

Ende 2017 hat die EU, nach über 3 Jahren Verhandlungen, eine neue Bioverordnung beschlossen. Diese tritt 2020 in Kraft und wird neu regeln, was EU-weit als bio gilt und was nicht. Ausführliche Informationen bietet etwa dieser Artikel in der Zeitschrift Biorama, einem Magazin, das sich nach Eigendefinition einem nachhaltigen Lebensstil verschrieben hat. Auch die Arche Noah – Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt und ihre Entwicklung – bietet in diesem Briefing von November 2017 umfangreiche Informationen.

Wer sich lieber direkt bei der Europäischen Union informiert, wird hier fündig. Allerdings nicht in Bezug auf die neue EU Bioverordnung.

Kann Bio die Welt ernähren?

John Reganold, Professor für Bodenkunde und Agrarökologie an der Washington State University hat in der renommierten Zeitung „The Guardian“ eine heiß diskutierte Frage näher beleuchtet, nämlich ob es möglich wäre die stetig wachsende Weltbevölkerung alleine mit biologischer Landwirtschaft zu ernähren. Prof. Reganold kommt zu dem Schluss, dass es sehr wohl möglich wäre, allerdings nur mit einer drastischen Reduktion des Fleischkonsums.

...und Afrika?

In Bezug auf Afrika sehen wiederum die Expertinnen und Experten, die sich 2016 in Nairobi zur African Green Revolution zusammengefunden haben, keine Möglichkeit die rasch wachsende Bevölkerung Afrikas rein biologisch zu ernähren. Zugleich fordern sie aber auch noch weit mehr staatliche Förderung in der Forschung, insbesondere im Bereich Bodenkunde.

Die Frage nach einer rein biologischen Ernährung der Welt ist also insofern nicht hinreichend eindeutig zu beantworten, als viele Faktoren mit einbezogen werden und Änderungen propagiert werden müssten. So hat z.B. der Fleischkonsum starken Einfluss darauf, ebenso wie die Lebensmittelverschwendung weltweit, um nur 2 Beispiele zu nennen.

Ein Überblick über den Gütesiegel-Dschungel

Ein wichtiger Aspekt für die Konsumentin/den Konsumenten ist es auch zu wissen, was es eigentlich heißt, wenn auf einem Produkt „Bio“ draufsteht. Hierzu gibt es inzwischen eine Vielzahl an Gütesiegeln, wie etwa das EU-Bio-Siegel, die, mal mehr, mal weniger, mal sehr zweifelhaft die Bio-qualität überprüfen und gewährleisten. Oft halten diese nicht, was sie versprechen, wie hier oder ausführlicher auch hier nachzulesen ist.

ULLIS

Bernhard Freyer, im Interview in der Sendung zu hören, war auch schon Leiter von zwei KEF-Projekten zu ökologischem Landbau. Das Projekt ULLIS befasste sich mit dem Einsatz von Leguminosen in der Landwirtschaft. Leguminosen sind Pflanzen mit vielerlei positiver Wirkung auf den Boden. Sie fixieren Stickstoff, liefern hohe Proteinerträge und erhöhte Stickstoffverfügbarkeit für die Folgekulturen. Ihre hohe Biomasse liefert Bodenbedeckung, erhält die Bodenfeuchte, und kann als Gründünger oder Futter dienen. Dieses Forschungsprojekt fokussierte auf die Verwendung von Trockenstress toleranten Leguminosen für die Gründünger und Futternutzung in gemischten kleinbäuerlichen Betrieben (auf Mais, Bohnen und Tierhaltung ausgerichtet) in Zentralamerika.

SMACC

Dieses Projekt,ebenfalls unter der Leitung von Bernhard Freyer, zielte auf intensivierte Anbaustrategien für ausgewählte Kulturarten und deren Vermarktung in Äthiopien und Kenia ab. Aufgrund des Klimawandels werden die Herausforderungen in der Landwirtschaft insbesondere in ohnehin schon von Trockenheit gefährdeten Gebieten wie großen Teilen Subsahara-Afrikas immer größer. Anpassungsstrategien um diesen Entwicklungen entgegenwirken zu können werden immer wichtiger.

ConneSSA

Auch Rainer Weißhaidinger ist Leiter eines von der KEF finanzierten Forschungsprojekts. Im Rahmen von ERAfrica, eines europäisch-afrikanischen Forschungsprogramms, haben sich wissenschaftliche Einrichtungen aus sieben Ländern zusammengeschlossen, um ein integriertes Wissensnetzwerk zu gestalten, das unterschiedliche Ebenen und Akteure hinsichtlich Bodenmanagement und der Resilienz von Agrarökosystemen verbindet. Der lokale Fokus liegt auf Subsahara-Afrika, insbesondere Burkina Faso, Elfenbeinküste und Kenia.

Welt im Ohr und ökologischer Landbau

Welt im Ohr Logo © Lilo Moser

In der Sendung "Bio-logisch! Organische Methoden für globale Ernährung" kommen unterschiedliche Stimmen aus dem globalen Süden und dem globalen Norden zu Wort, die sich alle in der einen oder anderen Weise mit ökologischer Landwirtschaft befassen. Insbesondere die Frage ob Bio massentauglich wäre oder warum wir in Bezug auf Bio-Landbau nicht schon viel weiter sind, werden in dieser Sendung diskutiert.

Beispiele aus Uganda bei Welt im Ohr

Die Sendung ""Go Organic!" Bio-Landwirtschaft in Uganda" hat sich 2015 mit dem Thema ökologischer Landbau in Uganda befasst. Insbesondere kommen in dieser Sendung auch Studierende zu Wort, die ihre Eindrücke einer Studienreise nach Uganda wiedergeben.