Fairness und Transparenz

Stoff bedrucken in Ghana © Julia Lichtkoppler

in Forschungspartnerschaften zwischen Österreich und Projektpartnern in Afrika, Asien und Lateinamerika

KEF-Projekte erarbeiten wissenschaftliche Lösungsansätze für globale Herausforderungen, wie zum Beispiel die Sicherung von Ernährungssouveränität, Zugang zu sauberem Wasser, Nutzung erneuerbarer Energieträger, Vermeidung von Konflikten, Sicherung der Menschenrechte und die Analyse von sozialen, ökonomischen und politischen Entwicklungen.

Lösungen zu diesen Herausforderungen können nur in partnerschaftlicher Zusammenarbeit erarbeitet werden, in einem Rahmen, der den Beitrag der beteiligten Personen und Institutionen wertschätzt und in einem Raum, der Austausch von Wissen und Wissenssystemen sowie gegenseitiges Lernen ermöglicht.

Die KEF möchte diese Räume des wissenschaftlichen Austausches erschließen und stärken. Dies geschieht einerseits durch die Reflexion der KEF-Projektförderschiene und einen guten Kontakt mit den KEF-Projektpartner/innen und andererseits durch Literaturanalyse sowie eine Vernetzung mit relevanten Partner/innen und Initiativen zu diesem Thema.

EADI Forschung zu "Nord-Süd-Partnerschaften"

EADI Logo © EADI

In ihrer Veröffentlichung im Rahmen der EADI Policy Paper Series im Juni 2014 präsentieren Gilles Carbonnier and Tiina Kontinen ihre Forschungsergebnisse zum Thema North-South Research Partnership: Academia Meets Development? Diese basieren auf einer Online-Befragung, auf persönlichen Interviews sowie auf die Präsentation und Diskussion der ersten Ergebnisse im Rahmen von zwei Diskussionsrunden.

Carbonnier und Kontinen stellen fest, dass "Nord-Süd-Forschungskooperationen" oft von ungleichen und unausgewogenen Beziehungen geprägt sind. Trotz Verbesserungen während der letzten Jahre beeinflussen eingelernte Verhaltensmuster und festgefahrene Strukturen die Qualität und Effektivität der Partnerschaften. Dies widerspiegle sich besonders im Spannungsfeld zwischen Kapazitätenentwicklung und dem westlichen Anspruch an akademische Exzellenz.

Wissen und Macht: Herausforderungen für die Forschungszusammenarbeit in und mit Afrika

Henning Melber äußert in seinem 2015 erschienenen Artikel die Beobachtung, dass Internationalisierung weiterhin die Dominanz des Nordens festige und dass Forschungspartnerschaften mit und in Afrika von asymmetrischen Beziehungen bestimmt seien. Selbst eine Bewusstmachung dieser ungleichen Bedingungen bedeute nicht, dass diese eliminiert werden. Es müsse daher ständige Bemühungen geben, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die fairere Forschungspartnerschaften ermöglichen. Henning Melber spricht sich in diesem Text außerdem für eine Umdefinierung der - westlich dominierten - Bedeutung von wissenschaftlicher Exzellenz aus.

Henning Melber, 2015. Knowledge is Power – and Power Affects Knowledge: Challenges for Research Collaboration in and with Africa in Africa Development, Volume XL, No. 4, pp. 21-42 © Council for the Development of Social Science Research in Africa.

Research Fairness Initiative

RFI logo © RFI | COHRED

Die Research Fairness Initiative versteht sich als Instrument der Berichterstattung, durch welches Fairness und Transparenz in Kooperationen zwischen Ländern mit ungleichen Ausgangsbedingungen mehr Stellenwert eingeräumt werden soll. Durch diese Berichte sowie durch Vernetzung und Austausch sollen good practice Beispiele identifiziert und präsentiert werden. Letztendlich sollen Referenzpunkte geschaffen werden, anhand derer sich Maßnahmen zur Verbesserung von Fairness und Transparenz in Forschungskooperationen orientieren können. RFI wurde von COHRED, dem Council on Health Research for Development, begründet, und fokussiert vorerst auf Forschungskooperationen im Bereich Gesundheit und Medizin. Es ist jedoch angedacht, diese in der Zukunft thematisch zu öffnen. Beim Launch der Research Fairness Initiative am 28. September wurde diese von Prof. Carel IJsselmuiden von COHRED präsentiert und anschließend von internationalen Vertreter/innen aus Politik, Forschung und Forschungsförderung kommentiert und diskutiert. In diesem Rahmen stellte KEF-Mitarbeiterin Julia Lichtkoppler-Moser in einer Präsentation APPEAR und KEF vor und nahm an der Diskussion teil.