Palästinensische Entwicklung | PALDEV

Bild an der Wand der Frauenkooperative in Bil'in © Helmut Krieger
  • Partnerland: Palästinensische Gebiete
  • Projektkoordination: Helmut Krieger
  • koordinierende Institution: Institut für Internationale Entwicklung, Universität Wien
  • Partnerinstitutionen: Birzeit University
  • Projektlaufzeit: 2015-2017
  • Projektnummer: 210

Über das Projekt

In unserem Projekt planen wir, eine empirische Untersuchung von zwei landwirtschaftlichen Kooperativen in den besetzten palästinensischen Gebieten durchzuführen. Dabei werden Arbeits- und Produktionsweisen ebenso wie die Distribution der erzeugten Waren und die innere soziale Struktur der Kooperativen aus einer geschlechterkritischen Perspektive untersucht, um deren Potenziale und (aktuelle) Begrenzungen identifizieren und analysieren zu können. Hintergrund ist, dass die palästinensische Landwirtschaft durch die israelische Besatzung in einer schweren sozio-ökonomischen Krise steckt. Versuche der Palästinensischen Autonomiebehörde sowie westlicher Entwicklungsagenturen, der Krise durch Aufbau einer industriellen Landwirtschaft zu begegnen, zeitigten keine positiven Resultate. Existierende Kooperativen wurden durch den Fokus auf Agrobusiness überdies marginalisiert.

Dem Forschungsprozess liegt die Annahme zugrunde, dass landwirtschaftliche Kooperativen in Palästina unter den gegebenen Bedingungen der Schlüssel zu einer nachhaltigen, ökologisch verträglichen und zugleich widerstandsfähigen Produktionsweise sein können. Ziel unserer Forschung ist daher, ein empirisch gesättigtes Wissen zu alternativen Entwicklungsmodellen in Palästina anhand der landwirtschaftlichen Kooperativen zu erarbeiten.

Damit kann folgendes erreicht werden:

  1. Die Forschungsergebnisse können von den Kooperativen genutzt werden, um die Nachhaltigkeit ihrer Produktionsweise zu verbessern.
  2. Mit der Forschung können wir beständige palästinensische Debatten zu alternativen Entwicklungsmodellen empirisch fundieren und mit der Bedeutung von Ernährungssouveränität verknüpfen.
  3. Mit den Forschungsergebnissen können wir sodann effektiv in akademische, politische und zivilgesellschaftliche Diskussionen zu alternativer Entwicklung und Ernährungssouveränität intervenieren und diese somit produktiv weiterentwickeln.

Mit unserer Forschung leisten wir daher einen wichtigen Beitrag zu einer zukünftig möglichen Ernährungssouveränität in Palästina.