Das afrikanische Melioidose-Netzwerk | AMENET

Einzelne Acanthamoeba sp.-Trophozoiten © Julia Walochnik
  • Partnerländer: Burkina Faso, Deutschland, Ghana, Elfenbeinküste, Madagaskar, Niederlande
  • österreichische Projektkoordination: Julia Walochnik
  • österreichischer Projektpartner: Medizinische Universität Wien
  • Partnerinstitutionen: Université d'Ouagadougou (UO), Ministry of Animal Resources, Laboratoire Central Vétérinaire (LCV) de Bingerville, National Laboratory for Agricultural Development Support (LANADA), Universitätsmedizin Greifswald, Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI, BNITM), Kwame Nkrumah University of Science & Technology, Université d'Antananarivo, University of Amsterdam (UvA)
  • Projektlaufzeit: 2014 - 2017
  • Projektnummer: 201

Über das Projekt

Die Verbreitung des humanmedizinisch wichtigen und als biologischer Kampfstoff eingestuften Umweltbakteriums Burkholderia pseudomallei sowie der von diesem Bakterium verursachten schweren Infektionskrankheit, der Melioidose, ist noch weitgehend unbekannt. Obwohl schon seit Jahrzehnten Berichte über Erkrankungsfälle aus Afrika vorliegen, ist die Epidemiologie der afrikanischen Melioidose und die Verbreitung von B. pseudomallei in der Umwelt vollkommen unbekannt. Wenn das klinische Personal nicht entsprechend geschult ist und die nötigen diagnostischen Methoden etabliert sind, können sogar hochendemische Situationen mit einer erheblichem Anzahl von Betroffenen und signifikanten wirtschaftlichen Einbußen können unerkannt bleiben.

In vorliegendem Projekt soll ein afrikanisches Forschungsnetzwerk geschaffen werden, welches sich der Epidemiologie und Charakterisierung von B. pseudomallei und der als "neglected disease" klassifizierten Melioidose gewidmet ist. Das Netzwerks soll sich zunächst auf jene Regionen in West-Afrika und Madagaskar fokussieren, wo das Vorkommen der Erkrankung bekannt ist, und es soll die Expertise unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen in einem gemeinsamen Forschungsprogramm vereinen.

Die Ziele des Programms sind

  1. die Bestimmung der Inzidenz und Prävalenz der Melioidose in Mensch und Tier,
  2. die Aufklärung der Verbreitung und des pathogenen Potentials der afrikanischen B. pseudomallei-Stämme,
  3. die Identifizierung von Faktoren, die das Vorkommen von B. pseudomallei in der Umwelt begünstigen und somit das Infektionsrisiko erhöhen, und
  4. die Entwicklung von Strategien zur frühen Therapie und zur Prävention.

Das geplante Projekt erfüllt sowohl die Kriterien für ein transkontinentales afrikanisches Forschungsprogramm als auch jene der Afrika-EU Strategie-Partnerschaft zur Verbesserung der Gesundheitssituation in Afrika durch moderne Biotechnologie.

Die österreichische Beteiligung an diesem Projekt im Rahmen von ERAfrica wird von der KEF gefördert, betreut und administriert.