Innovative Ansätze in der konservierenden Landwirtschaft: Ernährungssicherheit stärken und Klimawandel abfedern durch die Bewahrung von Boden- und Wasserressourcen | INCAA

INCAA Projektteam © Centre for Development Research
  • Partnerländer: Burkina Faso, Deutschland, Kenia, Portugal
  • österreichische Projektkoordination: Michael Hauser
  • österreichischer Projektpartner: Universität für Bodenkultur Wien (BOKU)
  • Partnerinstitutionen: Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung Müncheberg (ZALF) e.V., KARI Kabete, Université Polytechnique de Bobo Dioulasso, African Conservation Tillage Network (ACT), Universidade de Évora
  • Projektlaufzeit: 2014-2017
  • Projektnummer: 203

Über das Projekt

Die größte Herausforderung für KleinbäuerInnen in Sub-Sahara Afrika ist die Ernährung der wachsenden Bevölkerung bei gleichzeitiger Erhaltung der Basis natürlicher Ressourcen des Agrarsystems. Diese Herausforderung wird in Zukunft durch Bodenverschlechterung und Klimawandel noch verschärft. Die konservierende Landwirtschaft (KL) wurde entwickelt, um Ernten, Böden und Wassernutzung zu verbessern. KL kann somit zur Resilienz von Landnutzungssystemen unter den genannten Umständen beitragen. Die KL hat in Sub-Sahara Afrika jedoch nicht den Schritt von einer technischen Entwicklung hin zu breiter Umsetzung (Innovation) geschafft. Die KL in Paketlösungen entspricht nicht den Bedürfnissen der BäuerInnen (stabile Ernten von Anfang an), ihren Fähigkeiten (Arbeitsbedarf und –belastung) sowie ihren Möglichkeiten (Bedarf an spezifischen Materialien). Insgesamt war der Versuch, diese Technologie in linearer Weise von der Wissenschaft auf den Bauernhof zu transferieren, nicht erfolgreich.

Dementsprechend konzentriert sich das INCAA-Projekt auf die Schnittstellen zwischen wissenschaftlicher Technologieentwicklung und lokalen Realitäten in Innovationssystemen. Das Hauptziel von INCAA ist einen Lernprozess zu begleiten und zu analysieren, um in Folge die Innovation der KL in Sub-Sahara Afrika zu unterstützen. INCAA arbeitet mit dem ABACO-Projekt und den KL-Netzwerken ACT und CIRDES zusammen, die KL in Kenya, Burkina Faso und generell in Afrika vorantreiben. INCAA baut auf den Erfahrungen dieser Projekte auf und analysiert erstens den Nutzen und die erfolgten Anpassungen von KL in Innovationssystemen rund um die Partnerprojekte. In einem zweiten Schritt werden gemeinsame Lernprozesse zur Erprobung und Verbesserung von KL-Strategien begleitet. Schließlich werden die gewonnenen Erkenntnisse in Strategien zur Innovation der KL unter besonderer Beachtung institutioneller und individueller Aspekte übersetzt.

Um diese Ziele zu erreichen, beginnt das INCAA-Projekt mit jenen, die tatsächlich Entscheidungen über den Einsatz von KL treffen: den BäuerInnen. Indem wir untersuchen, wie BäuerInnen KL umgesetzt und angepasst haben, können wir die Vor- und Nachteile verschiedener KL-Strategien für verschiedene Stakeholder im Agrarsystem herausarbeiten. Weiterhin ermöglicht die Erforschung der relevanten sozialen Netzwerke einen Einblick in institutionelle Strukturen, welche eine Innovation der KL in besonderem Maße ermöglichen. Die Ergebnisse dieser Forschung werden in die Tätigkeiten der PartnerInen ABACO, ACT und CIRDES einfließen. INCAA wird dabei auch mit neuen Lernformen und Medien an der Schnittstelle Wissenschaft-Praxis experimentieren. INCAA kann so grundsätzlich die Wirkung der Partnerprojekte und –netzwerke erweitern. INCAA trägt auch durch Publikationen zu wissenschaftlichen Diskursen zu KL und Innovation in der Entwicklung bei. Um relevantes Wissen auch für BäuerInnen und PraktikerInnen der Entwicklung zugänglich zu machen, wird INCAA Videos und Handbücher zu KL und verbundenen Lernprozessen produzieren. INCAA ist als interdisziplinäres Projekt angelegt, in dem agrarwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche ExpertInnen gemeinsam lernen können.

Die österreichische Beteiligung an diesem Projekt im Rahmen von ERAfrica wird von der KEF gefördert, betreut und administriert.

Fact Sheet

Fact Sheet "INCAA" © OeAD | C. Brandauer

Das Fact Sheet zum KEF-Projekt "INCAA" hier zum Download.