Filmtage 2014 - Eat.Drink.Live.

Filmtage 2014 © Martin Stöbich

Die dritten Filmtage „Eat.Drink.Live.“ richteten ihr Augenmerk auf Fragen zu Klimawandel, Gesundheit und Agrarökologie. Der entwicklungspolitische Wissenstransfer erfolgte über das Medium Film, Diskussionsveranstaltungen und über das breite Feld der Kunst – ohne den Themenschwerpunkt aus dem Blickfeld zu verlieren.

Eröffnung - Präsentation des KEF-Projekts "Essbare Gärten in Uganda"

12. März 2014

Die Filmtage 2014 wurden von Dr. Stefan Zotti, stellvertretender Geschäftsführer der OeAD-GmbH, offiziell eröffnet und KEF-Geschäftsstellenleiter Univ.-Doz. Dr. Andreas Obrecht begrüßte das Publikum und leitete aus entwicklungspolitischer Sicht ins Thema ein.

Danach folgten die Dokumentarfilme "Earth" von Marcel Kolvenbach und "Hotspot - Afrikas Stimme gegen den Klimawandel" von Marc Engelhardt. Beide Filme beschäftigen sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Afrika. Marcel Kolvenbach beleuchtet Probleme der Ernährungssicherheit anhand des Volkes der Karamojong in Uganda und schildert uns somit die Auswirkungen auf kleine dörfliche Gemeinschaften. Marc Engelhardt wiederum spricht mit Entscheidungsträgern in ganz Afrika und zeichnet ein Bild globaler Zusammenhänge.

Nach den beiden Eröffnungsfilmen wurde das KEF-Projekt „Essbare Gärten in Uganda“ vorgestellt. Petra Braun (IEZ – Interdisziplinäres Forschungsinstitut für Entwicklungszusammenarbeit, Gmunden) präsentierte die Eckpfeiler des Projekts. Moderiert wurde der Abend von Andreas Obrecht (OeAD, KEF/appear), der auch die darauf folgende Diskussion leitete.

Für einen akustischen Ausklang des Abends sorgte der Multiinstrumentalist, Sänger und Komponist Herbert Kinobe aus Uganda mit seiner Synthese aus African Roots und Global Fusion.

Präsentation KEF-Projekt "Essbare Gärten in Uganda" - Petra Braun

Themenabend - Wasser

"Water" © Marcel Kolvenbach

13. März 2014

Der zweite Abend stand ganz im Zeichen von Wasser, seinen zerstörerischen aber auch seinen lebensnotwendigen Seiten: Eingeleitet wurde der Abend mit dem Doku-Kurzfilm Water. Marcel Kolvenbach thematisiert darin den erschwerten Zugang zu sauberem Wasser in Uganda.

Tanja Jorgensen führte uns anschließend in ihrem Film Faces of Climate Change die Auswirkungen des Klimawandels auf Uganda im Allgemeinen und seine Frauen im Besonderen vor Augen. Wasser gefährdet entweder durch heftige Regenfälle und daraus resultierende Überschwemmungen und Vermurungen, oder durch monatelange Abwesenheit, Dürren und Hungersnöte.

Zum Thema passend wurde im Anschluss das APPEAR, Austrian Partnership Programme in Higher Education & Research for Development Projekt "WATERCAP: Strengthening Universities’ Capacities for Mitigating Climate Change Induced Water Vulnerabilities in East Africa" durch Rhoda Birech von der Egerton University in Kenia vorgestellt. Moderiert wurde der Abend von Téclaire Ngo Tam (Südwind).

Für einen Blick in die Zukunft und den Abschluss des zweiten Abends sorgte der kenianische Kurzfilm Pumzi von Wanuri Kahiu, der eine dystopische Welt kurz nach dem dritten Weltkrieg beschreibt. Eine Welt in der jegliche Natur zerstört wurde und Wasser zur wertvollsten Ressource geworden ist.

Präsentation APPEAR Projekt "WATERCAP" - Rhoda Birech

Von Geistern und Heilern

14. März 2014

Zunächst führte die Doku Fighting Spirits von Barbara Meier in die Welt der Geister ein. Die Ethnologin zeigt in ihrem Film den Einfluss der Geister auf den Alltag des Volkes der Acholi. Geister nehmen im Alltag dieses Volkes aus dem Norden Ugandas eine besondere Stellung ein: Die Geister der Vorfahren beschützen Familien und Clans vor den bösen Geistern. Dieses zerbrechliche Gleichgewicht gilt es aufrecht zu erhalten.

Im Anschluss präsentierte Esther Mukooza von der Gulu Universität in Uganda das appear-Projekt "MA-MEDANIH: Master Program Medical Anthropology and International Health". Moderiert wurde der Abend von Yvonne Schaffler von der Medizin Universität in Wien.

Den Abschluss des Abends bildete der österreichische Film "Kupika jungu: Den Topf kochen" über ein Heilritual der Bena in Südwest-Tansanias. Dieser Film wurde von der Ethnomedizinerin Ruth Kutalek (Medizin Universität in Wien) produziert.

Präsentation APPEAR-Projekt "MA-MEDANIH" - Esther Mukooza

Ausklang der Filmtage 2014

15. März 2014

Der letzte Tag der Filmtage 2014 wurde in Zusammenarbeit mit der Dänischen Botschaft in Wien und der ÖH Wien organisiert.

Zunächst präsentierte Martin Stöbich das Projekt "Youth & Film Uganda", ein Filmprogramm, das als Kooperation zwischen Maisha Film, dem Danish Film Institute (DFI) und dem Danish Centre for Culture and Development (DCCD) im März 2011 startete. Ziel war es eine Filmkultur in Uganda zu erschaffen die Jugendlichen ermöglicht Filme zu konsumieren, zu produzieren und sich kritisch mit diesen auseinanderzusetzen. Als Beispiele wurden die Kurzfilme "The Christmas Turkey" von Reagan Washiwala, "Mandu" von Jackson Ntulume, "The Secret Note" von Isaac Titus Odokorachund und "My Lost Wallet" von Ochen Colline gezeigt.

Ein sehr zeitgemäßes Thema behandelte die Kooperation mit der ÖH Wien. Als Benefizveranstaltung zugunsten von Queer Amnesty wurde der Film "God loves Uganda" von Roger Ross Williams gezeigt, der in Uganda den Einfluss von Religion auf die Politik recherchierte und dabei auf den finanziellen und geistigen Einfluss von Amerikas christlicher Rechte stieß.