Filmtage 2013 - Stadt.Land.Flucht.

Filmtage 2013 | "5 broken cameras" © Emad Burnat | Guy Davidi

Die zweiten Filmtage „STADT.LAND.FLUCHT.“ richteten ihr Augenmerk auf Urbanisierung, Migrationsbewegungen vom Land in die Großstädte und auf Megacities, mit all den daraus resultierenden Problemstellungen. Ein weiterer behandelter Aspekt ist die Entwicklung der  sogenannten „gated communities.“ Der entwicklungspolitische Wissenstransfer erfolgte über das Medium Film, Diskussionsveranstaltungen und über das breite Feld der Kunst – ohne den Themenschwerpunkt aus dem Blickfeld zu verlieren.

Eröffnung - Präsentation des KEF-Projekts "Dharavi Ground Up"

18. April 2013

Die Filmtage 2013 wurden von Prof. Dr. Erich Thöni, Kuratoriumsvorsitzender der Kommission für Entwicklungsforschung, offiziell eröffnet.

Danach folgte der Dokumentarfilm Dharavi - Slum for Sale von Lutz Konermann. Die Hälfte der Bevölkerung Mumbais lebt in Slums, der größte davon heißt Dharavi. Das ehemalige Sumpfgelände hat sich in lukrativen Baugrund verwandelt - Nährboden für ehrgeizige Visionen. Der Architekt Mukesh Mehta möchte eine radikale Wende in der Slumsanierungspolitik seiner Heimatstadt einläuten. »PPP« heißt die Formel, mit der er Milliardengewinne verspricht.

Der weitere Abend stand im Zeichen von Urbanisierung und Megacities. Nach der Filmvorführung wurde das KEF-Projekt Dharavi - Ground Up durch die Projektkoordinatorin Martina Spies präsentiert. Mittels Bilder und graphischen Darstellungen von Dharavi hat sie dem Publikum einen ersten Eindruck auf 2 Nagars (Gemeinden) in Dharavi vermitteln können und hat 4 Gemeinschaften und deren Arbeits- und Wohnformen als auch deren Bedürfnisse vorgestellt: Die Wäscher, die Besenmacher, die Müllsammler und die Hanuman Chowk.Anschließend standen Martina Spies und der Regisseur Lutz Konermann für eine Publikumsdiskussion, moderiert durch Andreas Obrecht, zur Verfügung.

Präsentation des APPEAR-Projektes „Rural Dev“ und Livemusik von Marwan Abado

19. April 2013

Der zweite Abend stand ganz im Zeichen von APPEAR: Zuerst wurde der im Jahr 2013 für den Oscar als bester Dokumentarfilm nominierte Film 5 broken cameras gezeigt. Der Dokumentarfilm von Emad Burnat und Guy Davidi zeigt die Entwicklungen der Siedlungspolitik in einem Dorf in der West Bank.Emad Burnat hat alle 5 Kameras aufbewahrt und zeigt über einen Zeitraum von 5 Jahren hinweg die Entwicklungen seiner Familie und Freunde, als auch die Auswirkungen der Siedlungspolitik und Siedlungsstrukturen in seinem Heimatort.

Passend dazu wurde das appear-geförderte Projekt Capacity Building for Rural Development in Occupied Palestinian Territory vorgestellt. Präsentiert wurde es durch Yasid Abed Rego, Projektmitarbeiter an der Birzeit Universität in Ramallah. Nach einer kurzen bildlich dargestellen Einführung über die topographische Situation in den Palästinensischen Gebieten, hat er die Ziele des Projektes, als auch die bisher durchfeführten Aktivitäten vorgestellt.

Krönender Abschluss des Abends, war ein Live-Konzert des Musikers Marwan Abado.

Präsentation APPEAR-Projekt "RURAL DEV" - Yasid Abed Rego

Flucht und Migration

Präsentation zum Thema "Flucht und Migration in Grenzregionen" © Stefanie Kron

20. April 2013

Der Abend begann mit dem Dokumentarfilm Al Norte von Stephanie Rauer und Rinaldo Pancera. Der Film zeigt Menschen die aus Armut und Perspektivlosigkeit in ihren Heimatländern in Zentralamerika und Mexiko flüchten und dem »Amerikanischen Traum« folgen möchten. Seit im Jahr 1994 das nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) zwischen den USA, Kanada und Mexiko in Kraft trat, hat sich ihre Zahl verdreifacht. Mehr als eine Million Menschen machen sich jedes Jahr auf den Weg, um »illegal« in die USA zu gelangen. Die Zugfahrten sind gefährlich, die Schleuserdienste teuer und die Hitze der Wüste Arizonas tödlich. Ihre billige Arbeitskraft ist in den USA sehr gefragt, nur nicht offiziell: Grenzbefestigungsanlagen, die Beamten der »Border Patrol« und private Bürgerwehren wollen sie am Einwandern hindern.

Nach dem Film hat Stefanie Kron, Soziologin und Gastprofessorin an der Universität Wien ein Referat zu "Flucht und Migration in Grenzregionen" gehalten und das Thema vor allem anhand der Grenzübergänge Costa Ricas und Nicaraguas dargestelllt.

Im weiteren Verlauf wurde der Spielfilm A Day without a Mexican gezeigt, eine zynische Filmvision, die das plötzliche Verschwinden aller mexikanischer MigrantInnen in Californien thematisiert und dabei darstellt welche Konsequenzen dies für den Alltag der CalifornierInnen hat.

Andreas Obrecht im Gespräch mit der Filmemacherin Corinna Wichmann

21. April 2013

Zur sonntäglichen Matinee wurde der Dokumentarfilm Auf der sicheren Seite von Corinna Wichmann und Lukas Schmid gezeigt welcher das Phänomen der "gated communities" darstellt.

Direkt danach vertieften sich Andreas Obrecht und die Filmemacherin weiter in das Thema des Films.

Welt im Ohr - Präsentation der KEF-Filmtage - Verlinkung fehlt!!

Welt im Ohr Logo © Lilo Moser

In der Radiosendung bringt Martin Stöbich die Inhalte der Filmtage näher und gewährt einen Einblick in die Welt der Filmemacher. Die Kultur- und Sozialanthropologin Marie-France Chevron diskutiert die Themen der Filmtage aus wissenschaftlicher Sicht.

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