Österreichischer Preis für Entwicklungsforschung

Der Österreichische Preis für Entwicklungsforschung besteht aus einem Haupt- und einem Nachwuchspreis und wird von der Kommission für Entwicklungsforschung (KEF) bei der OeAD-GmbH aus den Mitteln des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) an wissenschaftlich tätige Personen bzw. Institutionen verliehen, die eine besondere Leistung in Bezug auf Forschung für Entwicklung erbracht haben (Publikationen, Projekte und Initiativen). Um der Vielfalt der Entwicklungsforschung gerecht zu werden, wird ein breites Spektrum an Themen abgedeckt und der trans- bzw. interdisziplinäre Charakter der Forschung betont.

Der Hauptpreis

Der Hauptpreis wird jedes zweite Jahr für wissenschaftlich herausragende Publikationen, Projekte oder Initiativen an eine Person oder Institution bzw. an eine Person für ihr wissenschaftliches Lebenswerk verliehen. Prämierte Texte müssen von herausragender wissenschaftlicher Qualität sein und das Potential besitzen, den Diskurs der österreichischen Entwicklungsforschung zu bereichern. Prämierte Projekte und Initiativen müssen einen nachhaltigen „Leuchtturmcharakter“ für die Entwicklungsforschung im weitesten Sinn haben (etwa die erfolgreiche Etablierung eines regionalen akademischen Programms, die Etablierung einer Forschungseinrichtung, die langfristige und nachhaltige Durchführung eines für die Entwicklungsforschung relevanten Projektes usw.).

Das Kuratorium der Kommission für Entwicklungsforschung nominiert Personen und/oder Institutionen, die im Bereich der Entwicklungsforschung tätig sind. Aus den einlangenden Nominierungen wird bei der Jurysitzung dann der Gewinner des Hauptpreises ermittelt. Als entscheidende Kriterien dienen der Jury folgende Punkte:

  • Wissenschaftliche Relevanz und Exzellenz
  • Bedeutung für Entwicklung
  • Beitrag zur Lösung „globaler Herausforderungen“
  • Bedeutung für Scientific Community und außerwissenschaftliche Öffentlichkeit

Personen, die für den Hauptpreis nominiert werden, müssen an österreichischen Institutionen verankert sein, oder, sofern sie an ausländischen Institutionen tätig sind, österreichische Staatsbürger/innen sein. Der Hauptpreis wird in einem Festakt durch den/die Bundesminister/in für Wissen-schaft, Forschung und Wirtschaft gemeinsam mit dem/der Vorsitzenden des KEF-Kuratoriums verliehen.

Der Nachwuchspreis

Der Nachwuchspreis, der ebenfalls zweijährig verliehen wird, würdigt wissenschaftliche Arbeiten und Publikationen im Bereich der „Globalen Herausforderungen“ (z.B. Klimawandel, Armut, Migration, Ressourcenknappheit, Ernährungssicherheit, demographischer Wandel, Gesundheit, nachhaltige Stadtentwicklung, Konfliktprävention und Friedenserhalt etc.). Jede Ausschreibung steht unter einem eigenen thematischen Schwerpunkt.

Veröffentlichte oder noch unveröffentlichte wissenschaftliche Texte in deutscher oder englischer Sprache können von Post-Graduierten (also zumindest Magister- oder Master-Abschluss), die das 35. Lebensjahr nicht überschritten haben, zu in der Ausschreibung definierten Themen eingereicht werden. Bei der Einreichung umfangreicher wissenschaftlicher Texte (z.B. Dissertation, Buch) muss eine separate Zusammenfassung beigelegt werden. Das Approbationsdatum von Dissertationen und das Veröffentlichungsdatum bereits publizierter Texte darf nicht länger als maximal drei Jahre zurückliegen.

Teilnahmeberechtigt sind alle an österreichischen Institutionen verankerte (z.B. an einer österreichischen Universität studierende oder arbeitende) Post-Graduierte sowie Post-Graduierte an ausländischen Institutionen, sofern sie österreichische Staatsbürger/innen sind. An unveröffentlichten Texten wird der KEF bei Einreichung Publikationsrecht eingeräumt. Als Entscheidungskriterien zur Auswahl des Siegertextes dienen der Jury folgende Merkmale:

  • Wissenschaftlichkeit
  • Entwicklungsrelevanz
  • Beitrag zum Diskurs über „Globale Herausforderungen“
  • Bedeutung für Scientific Community und außerwissenschaftliche Öffentlichkeit

Der Nachwuchspreis wird in einem Festakt von dem/der Bundesminister/in für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft gemeinsam mit dem/der Vorsitzenden des KEF-Kuratoriums verliehen.

Beide Auszeichnungen – Hauptpreis und Nachwuchspreis – stellen einen Beitrag zur besseren Sichtbarkeit der Entwicklungsforschung dar; sie dienen der Stimulierung des wissenschaftlichen entwicklungsrelevanten Diskurses sowie seiner gesellschaftlichen Verankerung in Österreich und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit global relevanten Themen der Entwicklungsforschung.

Die Themenschwerpunkte der letzten Preisvergaben waren

  • 2015: Städte im Wandel. Entwicklung und Nachhaltigkeit der Städte im globalen Süden.
  • 2013: „Was ist Entwicklung? Welche Entwicklungswege können/müssen beschritten werden? Und welche Rolle spielt dabei die Wissenschaft?“

Struktur des Preises

Hauptpreis - Österreichischer Preis für Entwicklungsforschung

Betrag: EUR  5.000,-

Der Hauptpreis wird gemeinsam mit dem Nachwuchspreis im Zweijahresrhythmus für wissenschaftlich herausragende Publikationen, Projekte oder Initiativen an eine Person oder Institution bzw. an eine Person für ihr wissenschaftliches Lebenswerk vergeben.

Nachwuchspreis - Österreichischer Nachwuchspreis für Entwicklungsforschung

Betrag: EUR 2.000,-

Der Nachwuchspreis wird gemeinsam mit dem Hauptpreis im Zweijahresrhythmus vergeben. Die zu prämierende Person darf das 35. Lebensjahr nicht überschritten haben. Die Ausschreibungen werden zu bestimmten, mit den „Globalen Herausforderungen“ in Zusammenhang stehenden Themenschwerpunkten durchgeführt. Unveröffentlichte und bereits veröffentlichte Texte und/oder Artikel sowie umfangreiche wissenschaftliche Texte (z.B. Dissertation, Buch) können eingereicht werden. Pro Ausschreibung ist die Einreichung einer wissenschaftlichen Arbeit zulässig.

Jury

Die Preisträger/innen werden von einer Jury ausgewählt, die sich aus Mitgliedern des Kuratoriums der Kommission für Entwicklungsforschung (KEF) sowie externen Expertinnen/Experten zusammensetzt. Die Mitglieder der Jury werden vom Kuratorium der KEF mit einfacher Mehrheit gewählt. Externe Jurymitglieder werden auf Vorschlag der Kuratoriumsmitglieder gewählt. Der Vorsitz der Jury ist extern besetzt; dem Vorsitz kommt im Falle eines Stimmengleichstandes ein Dirimierungsrecht zu. Der Leiter/die Leiterin der Geschäftsstelle der KEF und ein Vertreter/eine Vertreterin des BMWFW stehen der Jury beratend und ohne Stimmrecht zur Seite.

Die Jury des Jahres 2015 besteht aus folgenden Personen:

  • o. Univ.-Prof. em. Dr. Gerhard Glatzel, w.M. (Vorsitzender)
  • Dr. Maria Dabringer
  • o. Univ. Prof. Jens Dangschat
  • MR Dipl.Ing. Elfriede Fuhrmann
  • Univ.-Prof. Dr. Marianne Popp
  • Univ.-Prof. Dr. Wolfram Schaffar
  • ao. Univ.-Prof. Dr. Markus Schermer

Auswahl

Hauptpreis - Nominierungen für den Österreichischen Preis für Entwicklungsforschung

Bewerbungen um den Hauptpreis sind nicht vorgesehen; Mitglieder des Kuratoriums der KEF werden eingeladen, Nominierungen für den Hauptpreis auszusprechen. Die Auswahl des Preisträgers/der Preisträgerin bzw. der Institution erfolgt durch die oben beschriebene Jury.

Nachwuchspreis - Einreichungen

Der Nachwuchspreis wird öffentlich ausgeschrieben; Einreichungen erfolgen direkt bei der KEF-Geschäftsstelle. Es können unveröffentlichte oder auch bereits veröffentlichte wissenschaftliche Texte und/oder Artikel sowie umfangreiche wissenschaftliche Texte (z.B. Dissertation, Buch) in deutscher oder englischer Sprache, die einen Bezug zu dem jeweiligen Themenschwerpunkt aufweisen, eingereicht werden. Das Approbationsdatum von Dissertationen und das Veröffentlichungsdatum bereits publizierter Texte darf nicht länger als maximal drei Jahre zurückliegen.

Teilnahmeberechtigt sind alle an österreichischen Institutionen verankerte (z.B. an einer österreichischen Universität studierende oder arbeitende) Post-Graduierte sowie Post-Graduierte an ausländischen Institutionen, sofern sie österreichische Staatsbürger/innen sind. Einreichende Post-Graduierte, also zumindest mit bereits erfolgtem Magister- oder Master-Abschluss, dürfen bis zum Einreichdatum das 35. Lebensjahr nicht überschritten haben. Texte die in Co-Autorenschaft entstanden sind können eingereicht werden, wenn alle beteiligten Autor/innen den oben genannten Kriterien entsprechen.

Die Bewertung und Prämierung wird von der Jury vorgenommen. Mit jeder Einreichung eines unveröffentlichten Artikels wird der KEF ein uneingeschränktes, aber nicht ausschließliches Publikationsrecht eingeräumt.

Vergabe

Hauptpreis und Nachwuchspreis werden nach Diskussion der Jury im Zuge jeweils einer geheimen Abstimmung vergeben. Grundsätzlich ist vorgesehen, den Hauptpreis an jeweils eine einzige Per-son, ein einziges Forschungsteam oder eine einzige Institution zu vergeben. Im Ausnahmefall kann sich die Jury aber auch dazu entschließen, den Preis zu teilen. Der Nachwuchspreis wird immer an eine einzige Person vergeben. Jedes Mitglied der Jury hat eine Stimme; eine Stimmenübertragung ist nicht vorgesehen. Der externe Jury-Vorsitz hat ein Dirimierungsrecht.

Verleihung des Preises

Beide Preise werden im Zweijahresrhythmus von dem/der Bundesminister/in für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft gemeinsam mit dem/der Vorsitzenden des KEF-Kuratoriums im Rahmen eines feierlichen Festaktes an die Preisträger/innen verliehen. Die prämierten Beiträge werden auf der Website der KEF publiziert, dargestellt und entsprechend gewürdigt.

Preisträger des Entwicklungsforschungspreises 2015

Preisverleihung im Rahmen der Österreichischen Hochschultagung © OeAD-GmbH | APA-Fotoservice | Schedl
Georg Grünberg mit Barbara Weitgruber © OeAD-GmbH | APA-Fotoservice | Schedl
Robert Hafner mit Barbara Weitgruber © OeAD-GmbH | APA-Fotoservice | Schedl

Der Hauptpreis 2015 geht an Dr. Georg Grünberg für seine langjährigen, exzellenten Leistungen im Bereich der Entwicklungsforschung, insbesondere in Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen und NGOs in Lateinamerika.

Der Nachwuchspreis 2015 geht an Robert Hafner, MSc für seine Monographie „handlung / macht / raum. Urbane Materialsammler-Kooperativen und ihre Livelihoods-Strategien in Buenos Aires“.

Die KEF gratuliert ganz herzlich!

Nachlese zur Preisverleihung 2015