Open Access Policy der KEF

Die KEF legt seit jeher besonderes Augenmerk darauf, dass Projektergebnisse und Publikationen aus KEF-Projekten öffentlich zugänglich sind und besonders auch für Interessierte aus den Partnerländern verfügbar sind. So werden die Endberichte zu KEF-Projekten auf der KEF-Webseite veröffentlicht, und zwar zurückgehend bis ins Jahr 1983.

Hintergrund

KEF Open Access Logo © Matthias Weissgram

Forscher/innen sind hinsichtlich ihrer Karriereentwicklung auf das Publizieren in anerkannten akademischen Fachzeitschriften angewiesen. Die klassischen Subskriptionszeitschriften sind in den Rankings hinsichtlich hoher wissenschaftlicher Qualitätsstandards bzw. Impact Factor nach wie vor im Vorteil gegenüber Open Acess Journals. Die Entwicklung von Open Access Journals ist jedoch rasant und zwar sowohl hinsichtlich der Anzahl als auch hinsichtlich hoch eingestufter Open Access Journals. Seit 2008 werden im DOA (Directory of Open Access Journals) jährlich mehr als 1000 neue Journals registriert. Bereits 2004 fanden sich Open Access Journals im Spitzenfeld von Impact Rankings (Studie) mit steigender Tendenz in den letzten Jahren (High-impact open-access journals).

Klassische Subskriptionszeitschriften verursachen hohe Kosten und auch für Hochschulen in Österreich ist es eine große (finanzielle) Herausforderung, den freien Zugang zu relevanten Fachzeitschriften herzustellen. Umso schwieriger ist es für Universitäten, Forschende und Studierende im globalen Süden, Zugang zu Subskriptionszeitschriften herzustellen oder zu erhalten. Initiativen wie Research4Life erleichtern und ermöglichen Hochschulen im globalen Süden zwar den Zugriff auf wissenschaftliche Inhalte und können Defizite im Zugang zur globalen Wissensökonomie lindern aber sie können nicht mit offenem und freiem Zugang gleichgestellt werden. Hinsichtlich gleichmäßiger Verteilung von Wissen und fairem Zugang zu Wissensquellen ist Open Access nicht nur für die Forschung im Allgemeinen eine große Chance, sondern besonders für die Forscher/innen und Studierenden des globalen Südens.

Position

Die Kommission für Entwicklungsforschung unterstützt und fördert den freien und nachhaltigen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen und Forschungsdaten. Im Rahmen der KEF-Förderrichtlinien wird von Verpflichtungen dazu jedoch abgesehen.

Die KEF orientiert sich bei der Begriffsdefinition von Open Access an der "Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen" aus dem Jahr 2003: “The author(s) and right holder(s) of such contributions grant(s) to all users a free, irrevocable, worldwide, right of access to, and a license to copy, use, distribute, transmit and display the work publicly and to make and distribute derivative works, in any digital medium for any responsible purpose, subject to proper attribution of authorship (community standards, will continue to provide the mechanism for enforcement of proper attribution and responsible use of the published work, as they do now), as well as the right to make small numbers of printed copies for their personal use.”

Weblink: Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities

Gefördert werden wissenschaftliche Open Access-Publikationen aus KEF-Projekten, die im Rahmen eines Peer-Review Verfahrens begutachtet und akzeptiert wurden. Das Fördermodell der KEF erlaubt Förderungen gemäß Gold Open Access und Hybrid Open Access. Publikationen gemäß Green Open Access werden nicht gefördert sind aber erwünscht, falls nicht gemäß Gold Open Access oder Hybrid Open Access publiziert werden kann. Die Fördernehmer werden ersucht, Publikationen gemäß Green Open Access der KEF zur Publikation in der KEF-Publikationsdatenbank auf der Webseite zu übermitteln.

Gold Open Access

Publikationen nach Gold Open Access werden direkt in einem Open Access Medium (siehe z.B. Directory of Open Access Journals) veröffentlicht. Dabei muss die endgültige Fassung der Publikation im Internet über die Webseite des Mediums frei und uneingeschränkt zugänglich sein. Für dieses Modell kann eine Förderung beantragt werden.

Weblink: Gold Open Access

Hybrid Open Access

Publikationen nach dem Hybridmodell werden parallel zur Publikation in einer Subskriptionszeitschrift gegen Gebühr offen publiziert. Dabei muss die endgültige Fassung der Publikation im Internet über die Webseite des Mediums frei und uneingeschränkt zugänglich sein. Für dieses Modell kann eine Förderung beantragt werden.

Weblink: Hybrid Open Access

Green Open Access

Publikationen, die in klassischen Subskriptionszeitschriften veröffentlicht werden, können zusätzlich in Form von Manuskripten oder Vorabversionen als offene Publikationen auf Dokumentenservern bzw. Datenspeichern (institutionelle  oder disziplinspezifische Repositorien) öffentlich zugänglich gemacht werden (Selbstarchivierung). Für dieses Modell kann keine Förderung beantragt werden.

Weblink: Green Open Access

Die Verlage bzw. Journals haben unterschiedliche Richtlinien zur Selbstarchivierung. Informationen zu den Richtlinien finden Sie auf dieser Webseite: www.sherpa.ac.uk

Lizenzierung

Mit Hilfe von Lizenzen werden die Verwertungs- bzw. Verwendungsrechte einzelner Artikel und ganzer Journals geregelt. Sie geben nicht nur dem Autor, sondern auch dem Konsumenten einer Publikation rechtliche Sicherheit.

Das bereits erwähnte Directory of Open Access Journals (DOA) erlaubt momentan lediglich die Angabe einer Lizenz pro Journal. Weil vermehrt Journals mit verschiedenen Lizenzen auf den Markt drängen (siehe z.B. das Hybrid Modell weiter oben) wird momentan an einer technischen Lösung gearbeitet.

Die endgültige Version der geförderten Publikation soll gemäß der CC BY-Lizenz der Creative Commons Urheberrechtslizenzen lizenziert sein, zumindest jedoch gemäß der CC BY-NC-ND-Lizenz.  Anträge für Artikelförderung in Journals die keine Lizenzierungsangaben machen oder nicht gemäß Creative Commons lizenzieren, können nicht gefördert werden.

CC BY (Namensnennung): Diese Lizenz erlaubt es anderen, das Werk zu verbreiten, zu remixen, zu verbessern und darauf aufzubauen, auch kommerziell, solange die Urheber des Originals genannt werden.

CC BY-NC-ND (Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung): Diese Lizenz erlaubt lediglich Download und Weiterverteilung des Werkes unter Nennung der Urheber des Werkes, jedoch keinerlei Bearbeitung oder kommerzielle Nutzung.

Details: http://creativecommons.org/licenses/

Publikationskosten

Im Rahmen jedes geförderten KEF-Projektes werden zusätzlich(e) fünf Prozent der bewilligten KEF-Fördermittel für Veröffentlichungen von wissenschaftlichen Publikationen gemäß der Open Access Policy der KEF zusätzlich zum bewilligten operativen Budget zur Verfügung gestellt.Falls die Publikationskosten für offenes Publizieren eines KEF-Projektes diese fünf Prozent übersteigen, kann eine Zusatzförderung im Rahmen des KEF-Fonds für Open Publication beantragt werden.

Beispiel

Gesamtsumme der bewilligten operativen KEF-Fördermittel: 30.000,- €

Für Open Publication zusätzlich reservierte Fördermittel: 1.500,- € (=5% der bewilligten KEF-Fördermittel)

Gesamtsummer der bewilligten KEF-Fördermittel inklusive Mittel für Open Publication: 31.500,- €

Fördersummen

  • Fachzeitschriften: Die maximale Fördersumme beträgt 3000,- € pro Artikel.
  • Andere Publikationen (Monographien, Sammelbände, Proceedings): Die maximale Fördersumme beträgt 5000,- € pro Publikation

Antragstellung und Vergabe

Um die Förderung für Open Publication in Anspruch zu nehmen, muss ein formeller Antrag an die Geschäftstelle der KEF gestellt werden und wird bis zu einer Antragssumme von 3000,- € (wie im Falle des obigen Beispiels z.B. 1.500,- aus den projektgebundenen Mitteln und 1.500 € aus dem KEF-Fonds for Open-Publication) von dieser entschieden. Sollte die Antragssumme 3000,- € übersteigen, wird über den Antrag im Rahmen einer der vierteljährlichen Kuratoriumssitzungen der KEF entschieden.

  • Der oder die Antragsteller/innen müssen Projektleiter/innen oder Projektmitarbeiter/innen eines KEF-geförderten Projektes sein.
  • Die Publikation muss in direktem Zusammenhang mit dem geförderten KEF-Projekt stehen oder daraus resultieren.
  • Der Antrag muss von der Projektleitung genehmigt sein.
  • Begutachtung: Die Publikation muss ein Peer-Review Verfahren durchlaufen.
  • Das Fördermodell der KEF erlaubt Förderungen gemäß Gold Open Access und Hybrid Open Access. Einreichungen für Artikelförderung nach Gold Open Access sind nur in Fachzeitschriften zulässig, die im Directory of Open Access Journals angeführt sind: DOA
  • Frist: Der Antrag muss innerhalb von 2 Jahren / 24 Monaten nach offiziellem Projektabschluss erfolgen.
  • Die endgültige Version der geförderten Publikation soll gemäß der CC BY-Lizenz der Creative Commons Urheberrechtslizenzen lizenziert sein, zumindest jedoch gemäß der CC BY-NC-ND-Lizenz.
  • Die KEF muss wie folgt in einer Danksagung (Acknowledgement) erwähnt werden: Kommission für Entwicklungsforschung bei der OeAD-GmbH: Projektnummer(n)
  • Das Antragsformular muss vollständig ausgefüllt und unterschrieben übermittelt werden.
  • Antragstellung: laufend

Download: Antragsformular

KEF-Fonds für Open Publication

Der „KEF-Fonds für Open Publication“ dient der Finanzierung von offenen Publikationen im Rahmen von KEF-Projekten falls die benötigten Mittel für Open Publication die fünf Prozent der im Projektbudget dafür bereitgestellten Mittel übersteigen. Der Fonds speist sich aus den nicht verbrauchten Summen, die im Rahmen von KEF-Projekten für Open Publication reserviert wurden:

Falls die in KEF-Projekten für Open Publication zweckgebundene Summe von fünf Prozent innerhalb von zwei Jahren nach offizieller Projektschließung nicht oder nur teilweise verwendet oder ausgeschöpft wird gelangt der verbleibende Betrag in den virtuellen Topf des „KEF-Fonds für Open Publication".

Um diesen Fonds in Anspruch zu nehmen, muss ein formeller Antrag an die Geschäftstelle der KEF gestellt werden. Es gelten die auf dieser Seite angeführten Inhalte der KEF Open Access Policy.

Download: Antragsformular

Open Access im Fokus

Regionalarchiv des Landwirtschaftsministeriums © Rainer Hostnig


Open Access, offene Wissensräume, freie Weitergabe von Wissen und die Territorialität von Wissen. Im Rahmen eines KEF-Fokusthemas stellen wir Open Access näher vor.

Weiter zum Fokusthema

Download

Kuratoriumssitzungen 2017

  • 23. März 2017
  • 7. Juni 2017
  • 27. September 2017
  • 5. Dezember 2017

Open Access Antrag stellen

"application" | Lizenz: CC0 © Gerd Altmann | Pixabay