Open Access – freier Zugang zur Wissenschaft in Nord und Süd

Open Access - der freie Zugang zu wissenschaftlichen Daten - Finanzierung, Kritik und die Rolle für Länder des globalen Südens

„Open Access meint, dass […] Literatur kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, sodass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können, ohne finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von denen, die mit dem Internetzugang selbst verbunden sind.“ (Auszug aus der Budapest Open Access Initiative 2002)

Wissenschaftliche Veröffentlichungen und Daten, für alle frei nutzbar, die einen Internetzugang besitzen, das möchte Open Access seit seinen Anfängen in den 2000er Jahren erreichen. Mit der zunehmenden Digitalisierung auch in Ländern des globalen Südens ist dieser Diskurs inzwischen auch in Afrika, Asien und Lateinamerika angekommen. Insbesondere in strukturschwachen Regionen ist Wissenschafter/innen oft nach wie vor der Zugang zum globalen Wissenschaftsdiskurs verwehrt. Hohe Kosten und fehlende Infrastruktur bringen es mit sich, dass man als Wissenschafter/in nicht die Mittel besitzt in hochgereihten, teuren Wissenschaftsjournals zu veröffentlichen. Auf der anderen Seite ist auch der Zugang als Leser/in zu diesen Zeitschriften finanziell schwierig. Nicht alle Universitäten können ihn zur Verfügung stellen. Doch gerade Veröffentlichungen in diesen Journals bringen Prestige und Anerkennung in der Wissenschaftscommunity. Open Access könnte eine Möglichkeit sein, auch strukturschwache Regionen in den globalen Diskurs einzubinden.

Über den heutigen Stand der Dinge in Bezug auf Open Access, die Umsetzung in der täglichen Praxis und im österreichischen Wissenschaftsbetrieb, aber auch über die Rolle für den globalen Süden diskutieren in dieser Sendung Birgit Englert, Katja Mayer und Joachim Losehand.

Susan Veldsman berichtet aus Südafrika über aktuelle Entwicklungen in Bezug auf Open Access im globalen Süden.

Gestaltung und Moderation: Doris Bauer (Verantwortlich für den Sendungsinhalt)
Gäste:
Ass.-Prof. Dr. Birgit Englert, Institut für Afrikawissenschaften/Universität Wien
Dr. Joachim Losehand, Creative Commons Österreich (Bereich Wissenschaftskommunikation)
Dr. Katja Mayer, Zentrum für Soziale Innovation (ZSI), Forschungsplattform “Responsible Research and Innovation in Academic Practice”/Universität Wien

Im Interview:
Susan Veldsman, Leiterin der Scholarly Publication Unit an der Akademie der Wissenschaften in Südafrika

Musik:
Greg Baumont - La face cachee de la lune; Starlight - Got the groove; Shroombab feat. Kitsune - we killed privacy (Remix von Losehand CC BYSA 4.0.).

Nachzuhören auf Jamendo eine Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.