Österreichischer Preis für Entwicklungsforschung 2017 verliehen

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v.l.n.r. A. Obrecht, R. Kutalek, B. Weitgruber, W. Raza, A. Novy, S. Ritterband, U. Lunacek, C. Temper, G. Habinger, E. Thöni
Im Rahmen der 7. Österreichischen Entwicklungstagung wurden Salomé Ritterband sowie die ÖFSE und Frauen*solidarität ausgezeichnet.

Im ehrwürdigen Rahmen der Aula der Universität Graz, wurde am 17. November 2017 der diesjährige Österreichische Preis für Entwicklungsforschung verliehen. Der Hauptpreis wird an Institutionen oder Personen für besondere Leistungen im Bereich der Entwicklungsforschung verliehen, während der Nachwuchspreis jungen Forschenden die Möglichkeit bietet, wissenschaftliche Texte zu thematischen Schwerpunkten einzureichen. Vergeben wird der Preis von der Kommission für Entwicklungsforschung (KEF) aus Mitteln des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW).

Moderiert von Dr. Andreas Obrecht, leitete SC Barbara Weitgruber, MA vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft die diesjährige Zeremonie mit allgemeinen Informationen zum „Entwicklungsforschungspreis“ ein, danach schritt man auch schon zur ersten Verleihung. Der Nachwuchspreis stand dieses Jahr unter dem Thema „Was nachhaltiger Tourismus für Entwicklung alles kann bzw. nicht kann“.

Der Nachwuchspreis 2017 erging an Salomé Ritterband, MA. Sie überzeugte die Jury mit ihrer ethnographische Studie „Tradition Re-Interpreted – A New Generation. The Children of the Ju/’hoansi San Learning, Rehearsing and Re-Enacting Intangible Cultural Heritage for a Sustainable Future in Indigenous Tourism“. Basierend auf ihrer Masterarbeit verfasste sie diese Studie zu dem Umgang der Ju/’hoansi San, einem Volk in Namibia, mit ihrer eigenen Kultur und der Darstellung derselbigen in Form eines sogenannten "lebenden Museums". Zugang hierzu erhielt sie insbesonders über die Kinder des Dorfes. Salomé Ritterband studierte Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien und ist derzeit als Kulturvermittlerin am Weltmuseum Wien tätig.

Die Laudatio für Salomé Ritterband hielt die Sozialanthropologin Dr.in Gabriele Habinger, Mitglied der Preisjury.

Die Auswahl des Hauptpreisträgers/der Hauptpreisträgerin 2017 ist der Jury hingegen schwer gefallen, darum hat sie es sich leicht gemacht und den Preis geteilt, um Frau SC Weitgruber zu zitieren.

Preisträger/innen sind  die Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE) und der Verein Frauen*solidarität. Die Laudatio für die beiden Organisationen hielt der Vorsitzende der Preisjury Univ. Prof. Dr. Erich Thöni.

Die ÖFSE erhielt den Preis für 50 Jahre entwicklungspolitische Bildungsarbeit, den Aufbau eines Zentrums der Dokumentation und Literatur über nationale und internationale Entwicklungsforschung und für die wissenschaftliche Erarbeitung relevanter Forschungsansätze und  -ergebnisse in der Entwicklungsforschung. Entgegengenommen haben den Preis der Geschäftsführer, Dr. Werner Raza, und Dr. Andreas Novy, Vorsitzender des ÖFSE-Kuratoriums.

Die Wahl der Frauen*solidarität wurde begründet mit 35 Jahren frauenspezifischer Bildungs- und Forschungsarbeit im Bereich Entwicklungs- und Genderforschung sowie der entwicklungspolitisch relevanten Durchführung frauenspezifischer Projekte mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen. Für die Frauen*solidarität waren die Geschäftsführerin Mag.a Claudia Temper sowie die Vorstandsobfrau Mag.a Ulrike Lunacek vertreten.

Im Anschluss an die Verleihung gab die Vorsitzende des KEF-Kuratoriums Univ.-Doz. Dr. Ruth Kutalek einen kurzen Ausblick über die kommende Zeit und eröffnete den Ausklang der würdigen Preisverleihung.

Das Team der Kommission für Entwicklungsforschung gratuliert allen Preisträger/innen hiermit ganz herzlich!