Nachlese: KEF Roundtable "Der Mensch und das Feuer - Mount Kenia Nationalpark"

#Veranstaltungen
Harald Vacik
Dieser KEF Roundtable befasste sich mit anthropogen verursachten Waldbränden im Mount Kenia Nationalpark, wie sie in dem KEF-Projekt FIREMAPS untersucht werden.

Was braucht ein Feuer eigentlich um zu brennen? Damit begann Harald Vacik von der Universität für Bodenkultur Wien seinen Vortrag im Naturhistorischen Museum am 17. Mai. „Der Mensch und das Feuer – Mount Kenya Nationalpark“ lautete der Titel und er befasste sich mit den Hintergründen und Erkenntnissen aus dem KEF Projekt FIREMAPS.

Sauerstoff, Wärme und einen brennbaren Stoff, quasi als Futter war die Auflösung dieser ersten Frage, wobei der Einfluss des Menschen hier primär im Bereich der Wärme angesiedelt ist. Unachtsam weggeworfene Zigarettenstummel sind eine der häufigsten Ursachen, jedenfalls in Österreich. In Kenia, genauer im Gebiet um den Mount Kenya handelt es sich bei den meisten vom Menschen verursachten Bränden um gelegte Brände. Diese haben vielfältige Ursachen.

Aber nicht nur die Ursache eines Feuers ist wichtig. Auch die Art des Feuers bestimmt, wie gefährlich dieses für den Wald werden kann. Schwelende Erdfeuer sind kaum gefährlich, oft bemerkt man diese nicht einmal, wohingegen einem Kronenfeuer, also dem Brand in den Baumkronen kaum etwas entgegengesetzt werden kann und für Mensch und Tier nur noch die Flucht bleibt.

Auch die Umweltbedingungen die das Risiko von Bränden erhöhen oder minimieren wurden besprochen, bevor es in die Region Mount Kenia Nationalpark in Ostafrika ging. Nicht nur dort, sondern in ganz Kenia steht der Wald als Lebensraum (und -grundlage) für Mensch und Tier und als Schutzzone auf der einen Seite, der Wald als Wirtschaftsraum auf der anderen Seite. Wem der Wald „gehört“, wer ihn wie nutzen darf und inwieweit dies alles den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung entspricht wurde ausführlich erläutert. Brände werden nicht immer mutwillig, sondern auch als Mittel zum Zweck gelegt. Von Bienenzüchter/innen bei der Honigernte, von Bäuerinnen und Bauern um Weideland von trockenem Gras zu befreien. Aber auch Wilderer verwenden Feuer bei der Jagd oder Dorfbewohner/innen legen es um Wildtiere zu vertreiben. Februar und März ist die gefährlichste weil trockenste Zeit, hier kann sich Feuer schnell verbreiten.

Im Rahmen des Projekts FIREMAPS wurden einerseits Methoden der Waldbrandprävention erforscht bzw. entwickelt, auf der anderen Seite wurde die Waldbrandbekämpfung verbessert. Subsummiert werden diese Maßnahmen unter dem Begriff „Integrales Feuermanagement“.

Zusammenfassend lässt sich lt. Harald Vacik sagen, dass sich die Gemeinden der Gefahren insbesondere in der Waldbrandsaison durchaus bewusst sind. Trotzdem besteht Handlungsbedarf bei der Koordination der Organisationen, bei der Beachtung von Unterschieden im regionalen und saisonalen Auftreten und bei der Einbeziehung der lokalen Communities in Entscheidungsprozesse zum Waldbrandmanagement.

In der anschließenden Diskussion wurden vor allem Parallelen zu Österreich und den großen Nationalparks in den USA gezogen und es wurde auf die Unterschiede zwischen „gutem“ und „bösem“ Feuer eingegangen. Auch der Einfluss des Klimawandels auf Waldbrände war ein Thema und die internationale Kooperation in der Brandbekämpfung. So erläuterte Harald Vacik anhand der großen Waldbrände vor ein paar Jahren in Griechenland die Wichtigkeit von Koordination und Organisation. Damals schickten mehrere Länder Löschflugzeuge los, doch aufgrund fehlender Koordination musste diese unverrichteter Dinge wieder nach Hause fliegen.

Ausklang fand der Abend bei einem Glas Wein und netten Gesprächen.