Vom Empfänger zum Geberland – die Länder der EU-Osterweiterung und ihre Rolle als "neue Geber"

Mit dem Beitritt in die EU änderte sich nun die Rolle der neuen Länder. Das kommunistische Erbe der Entwicklungshilfe wurde vielerorts kritisch und eher hinderlich gesehen, jetzt galt es die Ansprüche des Westens zu erfüllen. Diese Sendung bietet einen Überblick über den Werdegang der Entwicklungspolitik der Länder des ehemaligen Ostens. Sie geht der Frage nach, was vor dem EU-Beitritt war und was seitdem passiert ist. Zudem legt sie ein kritisches Augenmerk auf die Entwicklungspolitik der EU in Verbindung mit den „neuen Geberländern“.

2004 erfuhr die Europäische Union die größte Erweiterung seit ihrer Gründung. 10 Länder traten gleichzeitig bei, 8 davon lagen im „ehemaligen Osten“. Es waren ehemals sozialistische Länder oder Sowjetrepubliken, die erst im Zuge des Zerfalls der Sowjetunion oder kurz darauf unabhängige Demokratien wurden. Im Laufe der 1990er Jahre wendeten sich all diese Länder, manche früher, manche später, der EU zu. Sie begannen Beitrittsverhandlungen, bauten neue Strukturen auf und entwickelten neue Strategien, um den Anforderungen der Aufnahme in die EU gerecht zu werden. Eine dieser Anforderungen, wenn auch eine der „sanfteren“, nicht rechtlich bindenden, war die Ausarbeitung einer entwicklungspolitischen Strategie auf Landesebene. Als Mitglied der EU, die weltweit der größte Geber von Geldern für Entwicklungszusammenarbeit ist, verpflichtet sich ein Land zu diesen Geldern seinen Teil beizutragen. Die meisten von ihnen waren unmittelbar nach dem Niedergang des Kommunismus selbst Bezieher von Hilfsgeldern der EU. Dennoch greift es zu kurz, sie als „neue Geber“ ohne Erfahrung zu bezeichnen. In Zeiten des Kommunismus blühte in vielen Ländern ein lebendiges Entwicklungshilfesystem.

Gestaltung und Moderation: Doris Bauer (Verantwortlich für den Sendungsinhalt)

Gast:

Im Interview:

Musik/Soundeffekte von: reinsamba, tomlija, johnnypanic, setuniman auf www.freesound.org