"Impulse aus der Peripherie": Demokratie in Bewegung

Seit der Jahrtausendwende kam es in den lateinamerikanischen Ländern Bolivien, Ecuador und Venezuela zu breiten Protesten gegen den Neoliberalismus, die in Wahlerfolgen linker, antineoliberaler Kräfte gipfelten. Ihr Ziel war eine gesellschaftliche Transformation, die ihren Ausdruck in neuen, demokratischen Verfassungen fand – dem „nuevo constitucionalismo“.

Vor dem Hintergrund der Krise des Neoliberalismus formierten sich auch in Spanien soziale Bewegungen, die ihre Forderung nach „echter Demokratie“ vereint. Aus ihren Reihen entstand 2014 die Partei „Podemos“, die im Dezember 2015 bei den spanischen Parlamentswahlen über 20 Prozent der Stimmen gewann. Mit ihr kommen Elemente des lateinamerikanischen „nuevo constitucionalismo“ auch in der europäischen politischen Landschaft an.

In dieser Sendung diskutieren wir Verbindungen zwischen den Entwicklungen in Lateinamerika und Spanien und fragen, ob der aus Lateinamerika stammende „nuevo constitucionalismo“ ein alternatives Entwicklungsmodell zum (gescheiterten?) Neoliberalismus sein könnte.

Gestaltung und Moderation: Maiada Hadaia (Verantwortlich für den Sendungsinhalt)

Gäste: Fabian Unterberger (OeAD, Wege aus der Krise, Autor)

Im Interview:

  • Reiner Wandler (Korrespondent Spanien für Der Standard und TAZ)
  • Dr. Leo Gabriel (Sozialanthropologe, Journalist, Dokumentarfilmer, Mitbegründer zahlreicher zivilgesellschaftlicher Initiativen wie ATTAC Österreich, u.a.)
  • Joaquín Sánchez Cano (Marea Granate – Bewegung von Exilspaniern und Exilspanierinnen)

Musik: Dareius-Latina, MF_aleman-EN LA TARDE feat Mr Lity, LA BRUMA feat Victoria DiRaimondo, QUE SOBRE LO QUE SOBRE. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

Das Buch zur Sendung: Unterberger, Fabian: Demokratie in Bewegung: Lateinamerikanische Verfassungsbewegungen, Spaniens Krise und die Partei Podemos. Wien: Promedia 2015. ISBN 978-3-85371-399-0, br., 208 Seiten, 20,00 Euro Edition Kritische Forschung.